Samstag, 25. Dezember 2010

Der Santa kam mit Kangaroos auf einem Surfboard

Leise rieselt der Schnee…blabla, es würde eher passen leise rieseln die Regentropfen in Armidale…

Hallo meine Familie und meine Freunde, hier schicke ich euch einen warmen leichten feuchten australischen Weihnachtsgruß aus leicht regnerischem Armidale bei ca. 23Grad. Als ich gestern aufstand und auf das Datum schaute und es zeigte tatsächlich auf den 24. Dezember. Ich schaute unmittelbar nach draußen, keinen Schnee--- haha wie lustig. Es würde mich echt überraschen, wenn es welchen gegeben hätte, obwohl es schon mal geschneit hat im Dezember in Armidale . Egal die Chance auf Schnee war so gering wie die Schalker bekommen die Meisterschale in dieser Saison, hmmm.

Ich muss zugestehen, es war dies Jahr sau komisch ohne diese deutsche Winterkälte, ohne den Weihnachtsmarkt mit dem schönsten Weihnachtsbaum der Welt in der Heimat des Herbstmeisters, ohne den Weihnachtseinkaufstress in dem Westenhellweg, ohne von unendlichen Christmassongs in Medien und den frühen, auffälligen Weihnachtsdekorationen der Geschäfte täglich daran erinnert zu werden, dass bald Weihnachten sind und natürlich ohne die Familie und Freunde dieses Fest zu verbringen.

Das fiel mir echt besonders schwer am Heiligabend. Ich fühlte mich überhaupt nicht weihnachtlich nicht nur wegen des Wetters auch wegen der Weihnachtstradition der Aussies.(zuerst, die feiern einen Tag später als wir) Das größte Fest der Christen wird überhaupt nicht so zelebriert wie bei uns. Es ist oft heiß zu dieser Jahreszeit(außer bei uns dieses Jahr leider; es war super erträglich mit den 23 Grad, aber ich hätte lieber eine 30 Grad Weihnacht gehabt naja), die meisten Aussies feiern sehr gelassen, d.h. campen gehen, zum Strand fahren und einfaches BBQ statt festliches Weihnachtsessen auf dem Tisch zu haben..(darüber könnte ich noch mehr erläutern, aber das spare ich mir auf spätere Diskussionen mit euch in Deutschland)

Der Weihnachtsbaum in Armidale

Christmasessen mit Freunden bei Chinesen

Auf jeden Fall war die Vorweihnachtszeit in Armidale absolut durchschnittlich und entspannt. Gestern am Heiligabend brachte ich die Kids zum Freibad, da Nathalie und Charles arbeiten mussten und ich die ganze Woche auf die Kids aufpassen musste. Ja, ihr habt richtig gehört, wir waren im Freibad am Heiligabend auch wenn es um die 20 Grad war, ohjeee.

Dann kam endlich the big Christmas Day. Ganz früh weckten die Kinder mich mit den Geschenken auf. Die Fam. hat sich über ihre Geschenke gefreut und ich mich auch über meine. Wir haben zwar keinen Weihnachtsbaum zu Hause, aber die Familie hat sich bemüht mir eine weihnachtliche Stimmung zu verschaffen. Sie machten sogar den Ofen an(bei der Hitze^^), wir spielten Spiele und natürlich the English Christmas Dinner--- Big Turkey mit Pudding sollte ich erwähnt haben!!! Bevor dem Christmas-Dinner bekommt jeder so ein Bon-Bon und man zieht sich dran mit seinem Nebenmann. Nach dem lauten Knacken- Geräusch erhält man von innen einen Papierhut, welchen man sofort aufsetzt und einen lustigen Spruch, welcher vorgelesen wird. ( wie: How do you call horses in pyjamas? ---„Zebras“^^) Nach dem Dinner bekommt man einen typischen englischen Pudding, welcher natürlich nicht selbst gemacht worden war^^. Naja insgesamt war es lecker und der Abend endete mit einem gemeinsamen Christmas-carol

Das Christmas Bon-Bon

Vorher

Nachher

Das waren meine Aussie-Christmas mit meiner englischen Hostfamilie. Insgesamt würde ich sagen, es war interessant so ein Fest unter solchen Bedingungen in Australien erlebt zu haben, aber ich bin trotz der Meinung, dass man diese Feiertage mit seiner Familie verbringen soll, es ist nämlich viel schöner---glaube ich.

Morgen on Boxing Day werde ich mit dem Zug für fast 10 Stunden nach Sydney fahren und dort treffe ich Rafael. Der große Sommerurlaub beginnt für mich endlich. Ich habe auf diesen echt lange gewartet. The New Year´s Eve werde ich in Sydney verbringen mit einigen meinen alten Dortmundern und dann werde ich nach Adelaide und Melbourne fahren und anschließend von Melbourne aus nach Neuseeland fliegen.

Das heißt, wir werden uns in diesem Jahr nicht mehr hören. Ich hoffe ihr genießt die restliche Weihnachtszeit und kommt gut hinein ins 2011!!! Ich werde nämlich einer der Ersten sein, der das Jahr 2011 empfängt. Also wir sehen uns in ca. 5 Wochen und es wird viel Spannendes zu lesen und zu sehen bekommen auf meinem Blog, also bleibt dran!!!

In diesem Sinne: euch allen MERRY CHRISTMAS AND A HAPPY NEW YEAR!!!

Euer an Euch denkender Qi

Mittwoch, 15. Dezember 2010

Die Kurzgeschichte eines Tellerwäschers

Es ist ein Samstagmorgen, ein gewisser Qi steht in einer kleinen Küche eines durchschnittlichen australischen Restaurants in Armidale. Nun jeder fragt sich, hat Qi so viel Sehnsucht nach Fleisch, dass er nun…??? Nein, keine Sorgen liebe Leser, er macht jedoch nur den ersten Schritt zum Multimillionär…

Der beugt sich leicht über die Spüle, das kochend heiße Wasser dämpft und steigt auf direkt in sein verschwitzendes Gesicht. Ihm ist es heiß, man merkt es ihm an. Die etwa erbsengroßen Schweißperlen machen Sprints und laufen von seinem Nacken über den ganzen Rücken und direkt in die Zwischenräume seines Gesäßes. Er versucht diese rechtzeitig wegzuwischen, schafft es aber nicht und es wurde noch schlimmer. Das ölfettige Wasser aus seinen großen kirschroten Oberarzthandschuhen tropft herunter direkt auf seine einzige schwarze Jeans. welche er besitzt. Die gelben Ölflecken lassen sich deutlich zur Erscheinung kommen und wenn man genau hin beobachtet ist sogar ein kleiner Tropf von einer grünen Pastasauce zu sehen. Instinktiv versucht Qi dieses Mistgeschick natürlich ohne groß nachzudenken mit seinen voll mit Fett, Öl, grüner Pastasauce geschmierten Küchenhandschuhen zu beseitigen. Aus kleinen Ölflecken werden nun…

`Super`, denkt er sich, blickt zur Decke und atmet noch mal ganz tief durch und sagt sich innerlich “Wuza, Wuza, WUWUWUZA“.

Nach Zwei Stunden als Qi bemerkt, dass die Teller überhaupt nicht weniger wurden und entschließt sich mal einen Blick auf die anderen Mitarbeiter zu werfen. Der Koch beugt sich leicht über die Herdplatten und summt ein Lied(welches keine Sau kennt) und sein Assistent nimmt sich ein Messer vor und schneidet Paprika in einer kostanten flüssigen Bewegung für die Vorbereitung eines Salates. Nebenbei sind die wiederholenden Geräusche der Spülmaschine nicht zu übertönen und das Gelächter der enthusiastischen Gäste. In diesem einzigartigen Moment befindet Qi sich in der Mitte dieser rhythmusvollen sogar fast perfekten Chaosstressmelodie. Während dieses winzigen Augenblicks, vergisst er beinah seinen Zahnschmerz seit fast zwei Wochen, welchen die Weißheitszähne verursachten und geht noch mal nachdenklich in sich: Ist DAS, was er sich von Australien erträumt hat? Tellerwaschen für Qi, der noch nie in seinem Leben vorher richtig gearbeitet hat???

Für kurz schließt Qi die Augen und unmittelbar danach schaut er auf zum Himmel durch das kleine verschmierte Küchenfenster. Die Sonne kämpft hart und versucht an die dicken grauen ewigen Armidalefrühlingswolken vorbei zu kommen. „Ja genau, das ist es“ ein leichtes Grinsen taucht auf seinem Mundwinkel auf. Nur das, genau das macht einem den Reifeprozess, nur durch das erfährt man die wirkliche Realität und genau das ist, was Qi immer wolltet: nämlich das Leben leben und selbstständiger werden.

In diesem Sinne: euch allen eine schöne Vorweihnachtszeit!!!

Euer zukünftiger Millionär