Nach dem stressigen Check In saßen wir endlich in unserem Flieger nach Auckland. Die Freude war riesig und wir wussten überhaupt nicht, was uns auf das entfernst Land von Deutschland gesehen, erwarten wird. Auckland war überraschend eintönig und deswegen blieben über nur zwei Nächte in der größten Stadt Neuseelands und nahmen einen Tourbus nach Rotorua.
Das Wahrzeichen Aucklands
Rotorua ist eine touristische Stadt, welche berühmt für die aktiven Vulkane ist. Als wir in unserem Hostel ankamen und der Mann an der Rezeption uns erzählte, dass die kommenden Tage schlechter werden sollten. Plötzlich kam die Idee durch unseren Kopf geschossen, Fallschirm zu springen. Jakob und ich guckten uns gegenseitig gezweifelt an und so entschlossen wir die Münze entscheiden zu lassen. Als der Vogel zeigte, wussten wir beide heute ist der Tag zu fliegen. Als wir am Flughafen ankamen, wo das ganze stattfinden sollte, wurden wir sofort die nötigen Klamotten in die Hand gedrückt bekommen und plötzlich saßen wir schon in dem kleinen Flieger, wo wir herausspringen sollten. Das Adrenalin strömte durch meinen ganzen Körper und Qi, der normalerweise sich nicht mal vom Fünfer traute, saß auf der 12000 feet Höhe und wird jeden Moment aus dem Flieger herausspringen. Ich fragte mich doch nun, ´ist heute ein schöner Tag zum sterben`? Als die Tür des Fliegers aufgerissen wurde und ich wusste es war dann so weit. Ohne großartig nachzudenken sprang ich mit meinem Fallschirmbegleiter ins unkontrollierte Nichts. Mein Magen und Körper drehten sich mindestens um 360 Grad und nach einigen Sekunden als mein Körper sich die Form einer Banane bildete, schwebte ich in der Luft. Es war ein super cooles Gefühl. Ich fiel bei fast 300km/h herunter durch verschiedene Wolkenschichten und dabei schrie ich tierisch meinen Kameramann an, welcher direkt vor meinem Gesicht schwebte. Nach einer Weile als der Fallschirm aufgemacht wurde, hatte ich eine super Aussicht auf die Vulkane und den Rotoruasee. Mir wurde leicht übel als ich wieder den Boden unter meinen Füßen spürte, aber auf der anderen Seite war ich stolz auf mich und kann nun sagen: ich bin schon mal geflogen und ihr nicht°°.




Am nächsten Tag mussten wir nach Taupo(der größte See in NZ) und wollten unsere nächste Erfahrung sammeln: nämlich das Hitchhike(trampen). So standen wir an einer Hauptstraße mit unserem gesamten Gepäck und hielten die Daumen hoch. Viele lächelten uns an und winkten, aber keiner hielt an, bis endlich nach fast 2 Stunden zwei Jungs uns mitnahmen. In Taupo machten wir eine Wandertour und zum ersten Mal erkannte ich die einzigartige Schönheit des Landes: türkisblaues Wasser wird umgeben von grüner Landschaft, Vögel zwitscherten und wir entdeckten sogar eine freie heiße Spa-Stelle aufgrund der aktiven Vulkane.
Von Taupo wurden wir von unserer nächsten Couchhost Brian abgeholt und er fuhr uns direkt nach der südlichsten Hauptstadt der Welt: Wellington, wo er wohnt. (Wahnsinn, keiner weiß, warum er das tat und das muss an der generellen super Gastfreundschaft der Kiwis liegen.). In Wellington konnten wir nicht viel unternehmen, da das Wetter unakzeptable war, aber dafür konnten wir uns die Energie wieder auftanken beim kalten Bier und warmen Essen statt Billigwein und trockenen Brot mit Peanutbutter.
Die fünfte Woche: Südinsel
Wir verließen die regnerische Hauptstadt mit einer Fähre und kamen endlich auf der sonnigen Südinsel an, auf welcher „Lord of the Rings“ gedreht wurde. In Picton haben wir uns ein Auto für eine Woche gemietet und so startet unser next road trip again…
On Ferry to Picton
Wir fuhren direkt in die Richtung der Westküste und sahen zum ersten Mal einen Schwarzsandstrand und machten uns ein Feuer mit vielem Treibholz. Wir tranken Wein und aßen Brot mit Käse am Lagerfeuer und beobachteten den Sonnenuntergang mit vielen intensiven und interessanten Gesprächen. Der erste Tag auf der Südinsel endete mit meiner ersten Übernachtung in einem Auto direkt am Meer.
So etwas Fasziniertes haben wir noch nicht gesehen: vor unseren Augen lag ein ruhiger See in der Mitte umgeben von majestätischen, gigantischen, kahlen, leichtolivgrünen Bergen. Das Wasser glitzerte und wurde gestrahlt von dem letzten Sonnenschein, welcher von der untergehenden, rosaroten, wolkenbedeckten Sonne kam. Jakob und ich guckten uns gegenseitig in die Augen und ohne Worte genossen wir zufrieden diese himmlische Ruhe auf Erden. Wie du gerade merkst, ich suche verzweifelt nach Worten, um dieses Paradiesbild zu beschreiben und ich schaffte es nicht und die Fotos zeigen leider nur ansatzweise die Realität, was wir gesehen haben. Du kannst das nur spüren, wenn du mitten in der Postkarte gestanden wärst.
In dem nächsten Ort Wanaka machten wir eine Bergwanderung an einem super sonnigen Tag. Der ehemalige Sport-lkler machte keine schöne Figur unterwegs und merkte, dass die Beine immer schwerer wurden und das Gipfelkreuz sich nicht nährte. Aber keiner von uns gab auf und nach geschätzten pausenlosen drei Stunden bezwungen wir endlich den Berg und sahen…
Queenstown ist wahrscheinlich die südlichste Stadt und die nächste Stadt von der Antarktis, welche wir erreichen konnten. Die kleine Stadt ist zwar relativ touristisch, aber trotzdem süß, romantisch und empfehlenswert für alle verliebte Paare und Partypeople. Nach Queenstown machten wir uns auf den Weg nach Norden und an die Ostküste zu unserem letzten Destination: Christchurch. Ich wollte noch das kleine Zwischenerlebnis erwähnen, als wir an dem super schönem Lake Tekapo unsere letzte Übernachtung im Auto hatten. Nachdem wir das Autoradio während der Nacht vergessen haben auszuschalten und die Autobatterie am nächsten Tag nicht ansprang, kamen viele Kiwis uns zu helfen. Hier wollte ich die Hilfsbereitschaft der Menschen besonders anerkennen.
Am Strand in Queenstown
Lake Punaki(seht ihr die wunderschöne milchige Farbe des Sees?=
In Christchruch genoss ich meine letzten Tage mit Spaziergang am Strand und Bummeln in der Stadt der Kirchen und am letzten Abend schauten Jakob und ich die ganzen Fotos unserer Reise an. Es war eine super schöne Zeit, viele gute und lustige Erinnerungen kamen hoch, besonders in den letzten zwei Wochen. Das waren vielleicht meine besten zwei Wochen bis jetzt und Jakob war mein Wegbegleiter, der natürlich einen großen Teil dazu beigetragen hat. Danke Jakob, dass wir soviel durchgemacht haben, seien es die ganzen Wetten, die lustigen Sprüchen, welche uns gegenseitig ärgerten( „I told u man“, „shall I get some tissues“ …), die langen Lagerfeuerabende, die Suche nach dem 3Dollar-Wein, das lange Stehen vor dem Supermarktregalen, bis wir wirklich absolut sicher waren, dass wir die billigsten Pasta und Pastasoßen in der Hand hielten…


Auf dem Weg nach Australien über Christchurch
Die Sommerferien waren schnell vorbei und nun sitze ich wieder in dem Zug nach Armidale und schreibe mein Tagebuch. Das war meine längste Reise und in der Zeit habe ich so viele unglaubliche Dinge und Menschen gesehen und erlebt und besonders habe ich während der Zeit viel gelernt. Ich habe uralte Regenwälder und Tropfsteinhöhlen gesehen, ich fand heraus, wie die milchige Farbe des Punakilakes zustanden kam, ich lernte die Maurikultur und verschiedene Kiwiexpressionen kennen und ich weiß nun wie man ohne Stromstartkabeln, ein Auto mit leerer Batterie in Gang setzten kann und besonders habe ich viel gelernt, wenn man eine lange Zeit mit Jemandem reist, wie man Probleme gemeinsam löst, Kompromisse eingeht und sich gegenseitig zuhört und vertraut.
Wie ihr merkt ich hole das erwachsene Ich aus mir heraus so gut wie ich es konnte^^. Spaß beiseite und ich hoffe ihr seid mit mir so ein bisschen gereist und die Reise ist längst noch nicht zu Ende, also bleibt weiter schön am Ball!!!
Euer reisenlustiger Qi
1 Kommentar:
Das ist ja echt ein Traum, Fallschirm springen und dann noch über dem wunderschönen Auckland. Wielange hat der Flug denn gedauert? Ich glaube, man fühlt sich sicher toll dabei, selbst hab ich mich aber noch nicht getraut. Frohe Reise weiterhin :)
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